MOBBING

Schauspiel mit Gilla Cremer

Kategorie:
Schauspiel
Länge:
90 Minuten ohne Pause
Mitwirkende:
1 Schauspielerin, 1 Cellist
Technik:
Wird nicht mitgebracht
Bühnenmindestmaße:
5 X 5 X 3 m (bxtxlh)
Abonnement:
Sehr erwünscht
GEMA:
Fällt an
Werbematerial:
Diverses vorhanden
Sonstiges:
Keine MwSt. aber Tantiemen
Von Annette Pehnt. Mit Gilla Cremer und Patrick Cybinski (Cello). Regie: Michael Heicks.

Es gibt sie ganz selten, diese besonderen Theaterabende, nach denen man als Zuschauer einfach nur glücklich ist, dabei gewesen zu sein. In den Kammerspielen gab es jetzt so einen Abend: Die Uraufführung von Annette Pehnts „Mobbing“ in der Inszenierung von Michael Heicks - mit einer Gilla Cremer zum Niederknien.

In der Verbindung von Anteilnahme und Distanz gelingt Annette Pehnt ein glänzender Roman, der von Macht und Ausgrenzung in der Arbeitswelt handelt und behutsam seine großen Themen Vertrauen, Achtung und Würde ins Alltägliche einzubetten versteht.
Annette Pehnt beschreibt, wie sich Mobbing am Arbeitsplatz auf das private Leben auswirkt. Beschreibt, wie der Mann Jo mit seiner Arbeit zugleich zu Hause den Boden unter den Füßen verliert. Erzählt wird sein „Fall“ aus der Sicht seiner Frau. Die wird von Gilla Cremer gespielt, der Mann von einem Cello-Spieler (Patrick Cybinski) in einem Glaskasten. So mag sich jemand fühlen, der von anderen gemieden und ausgegrenzt wird - sprachlos und „abgeschirmt“ wie unter einer Glasglocke.

Und Jos Frau wird haltlos in den Strudel ihres Mannes hineingezogen, schwankt zwischen Solidarität und Vorwürfen. Gilla Cremer tanzt auf diesem schmalen Grat virtuos. Souverän wechselt sie zwischen Wut, Humor und Selbstironie.
Sie lässt in unserem Kopf die Gefühlswelt der Frau ebenso entstehen wie die Arbeitswelt des Mannes mit all seinen Kollegen, seine Welt daheim mit der Familie.

Am 19. Oktober wird Gilla Cremer der Rolf-Mares-Preis „für langjährige außergewöhnliche Leistungen im Hamburger Theaterleben“ verliehen. Wer wissen will, warum, der schaut sich „Mobbing“ an. Hamburger Morgenpost

„Mobbing“ ist eine Koproduktion mit dem Theater Unikate (Gilla Cremer), dem Theater Bielefeld und den Hamburger Kammerspielen. Mit Unterstützung der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Uraufführung war am 23.9.2008.